WhatsApp goes Business: Be prepared!

WhatsApp

WhatsApp hat die Welt der Kurznachrichten binnen weniger Jahre revolutioniert. Eine bestehende Internetverbindung vorausgesetzt, lassen sich mit der Smartphone-App Textnachrichten, Bilder und Dokumente einfach und kostenlos zwischen Einzelpersonen und innerhalb von Gruppen übermitteln. Auch Internet-basierte Telefonate sind direkt aus der App heraus möglich. Kein Vergleich mit den schlichten und obendrein gebührenpflichtigen SMS-Texttelegrammen – von den teuren und wenig verbreiteten MMS-, RCS-, Message+-Alternativen ganz zu schweigen.

Mittlerweile nutzen mehr als eine Milliarde Menschen den WhatsApp-Nachrichtendienst für private und zunehmend auch berufliche und geschäftliche Zwecke. Der Beliebtheit hat selbst die vorübergehend eingeführte Kostenpflicht und die Übernahme durch Facebook keinen Abbruch getan. Zumal der Betreiber Anfang 2016 mit Einführung einer angeblich abhörsicheren Ende-zu-Ende-Verschlüsselung den wachsenden Datenschutzbedenken ein wenig den Wind aus den Segeln genommen hat.

Für zusätzliche Aufmerksamkeit hat kürzlich die Ankündigung des Betreibers gesorgt, demnächst eine Business-Version zu starten. Wie genau die „WhatsApp for Business”-Version aussehen und welche Funktionen sie bieten wird, ist noch nicht bekannt.

Universelle Kommunikations-, Beratungs- und Support-Plattform?

Es wird jedoch um mehr gehen als um eine weitere Werbe- und Marketing-Plattform – schon gar nicht für die Kalt-Akquise. Push-Nachrichten sind weiterhin tabu – und gehen in diesem sensiblen Feld ohnehin nach hinten los. Die Zukunft gehört smarten Mehrwert „iService“-Angeboten. Da WhatsApp-Anwender …

  • ein multifunktionales Smartphone zur Hand haben,
  • die App vergleichsweise häufig nutzen,
  • über die meisten Betriebssystem-Plattformen erreichbar sind und
  • direkt aus der App heraus auf die wichtigsten Kommunikationskanäle zugreifen können,

… ließe sich WhatsApp zum universellen, multimedialen Informations-, Beratungs- und Support-Tool für Stammkunden ausbauen. Denken Sie nur an …

  • After-Sales-Services aller Art,
  • Installations- und Störungs-Support,
  • Lösung von Standardaufgaben per „Chat-Bots“,
  • Erfahrungsaustausch innerhalb von Produkt- und Service-Communities,
  • Sammlungen von Best-practice-Beispielen,
  • Veranstaltungsmanagement und Recruiting oder
  • Gewinnspiele und andere klassische Push-Nachrichten (vorausgesetzt natürlich, die Empfänger sind damit ausdrücklich einverstanden!)

Die wichtigsten Voraussetzungen für die 1:n-Kommunikation sind bereits vorhanden. Im Freizeitbereich konnten sich selbst Rentner und andere weniger technikaffine Anwender mit WhatsApp-„Gruppen“ und -„Broadcast-Listen“ vertraut machen. Drittanbieter wie WhatsBroadcast haben diese Schnittstellen längst aufgebohrt. Ob die Vermischung privater und geschäftlicher Kommunikation hierzulande gut ankommen wird, sei dahingestellt. Spezialanbieter wie Smoope haben gegenüber populären Universal-Apps zudem unzweifelhafte Datenschutz-Vorteile.

Wie „WhatsApp for Business” letztlich aussehen wird, steht noch in den Sternen. Als Testmarkt hat der Betreiber Indien auserkoren. Dort soll die Business-Version in den nächsten Wochen starten. Bis zu einer möglichen Einführung in Deutschland werden noch Monate vergehen. Gedanken über mögliche Einsatz-Szenarien können Sie sich aber schon jetzt machen – auf welcher Plattform auch immer sie letztlich umgesetzt werden.