Startup-MonitorZufriedenheit, Zuversicht & zweiter Anlauf

Deutscher Startup-Monitor

Der seit 2013 jährlich veröffentliche „Deutsche Startup Monitor“ (DSM) zeichnet die Entwicklung und gesellschaftliche Bedeutung junger, innovativer und schnell wachsender Unternehmen auf. Außerdem will die Untersuchung Hinweise auf geeignete wirtschaftspolitische Maßnahmen zur Förderung des Gründungsstandortes Deutschland geben. Als Startups gelten Unternehmen, die …

  • jünger sind als 10 Jahre,
  • auf innovative Techniken und Geschäftsmodelle setzen und
  • ein „signifikantes Mitarbeiter- und/oder Umsatzwachstum“ haben – oder es zumindest anstreben.

 

Für den aktuellen DSM 2015 (PDF, 5,8 MB) wurden Rückmeldungen von 1.061 Unternehmen ausgewertet. Repräsentativ für die Gründerszene zu sein, beansprucht die Untersuchung nicht. Trotzdem fördert sie interessante Erkenntnisse zutage. Die wichtigsten Veränderungen gegenüber dem Vorjahr auf einen Blick:

  • Knapp 90 % der Befragten sind mit der gegenwärtigen Geschäftslage zufrieden. Rund drei Viertel gehen davon aus, dass die Lage sich im nächsten halben Jahr weiter verbessern wird.
  • Im bundesweiten Schnitt schafft jedes Startup-Unternehmen fast 18 Arbeitsplätze (Gründer mitgezählt). Für das kommende Jahr erwarten die befragten Unternehmen zusätzliche Neueinstellungen von durchschnittlich 8 Mitarbeitern.
  • Startups sind etwas weiblicher geworden: Der Gründerinnen-Anteil ist gegenüber dem Vorjahr von 10 % auf 13 % gestiegen.
  • Rund 45 % der Startup-Starter haben zuvor bereits ein oder mehrere andere(s) Unternehmen gestartet. Ein Drittel der Gründer haben bereits ein zuvor vorangegangenes Startup-Projekt beendet.
  • 80 % der Gründer würden auch nach einem Scheitern selbstständig bleiben.


Für einen wiederholten Anlauf spricht auch die Lebenszufriedenheit: Startup-Gründer sind laut DSM 2015 deutlich zufriedener als Angestellte. Am Durchschnittsalter der Startup-Gründer hat sich nichts geändert: Es beträgt nach wie vor knapp 35 Jahre. Als größte geschäftliche Herausforderungen werden weiterhin genannt: Vermarktung, Finanzierung, Personalbeschaffung und -entwicklung, Produkt- und Unternehmensentwicklung.

Apropos Finanzen: Banken spielen bei der Startup-Finanzierung nur noch eine untergeordnete Rolle. Wichtigste externe Finanzierungsquelle sind Familienangehörige und Freunde. Zweitwichtigste Geldgeber sind „Business Angels“, gefolgt von staatlichen Förderprogrammen. Bankdarlehen folgen erst an sechster Stelle: Weniger als 12 % aller befragten Startups haben demnach Kredite bei Banken und Sparkassen aufgenommen!