Studie zur Praxis der Betriebsprüfung in DeutschlandLektüretipp

PWC Illustration

Nach Feststellungen der Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) müssen drei von vier Unternehmen nach Betriebsprüfungen mit Steuer-Mehrbelastungen rechnen. Im letzten Prüfzeitraum verhängte der Fiskus demnach Nachzahlungen von insgesamt rund 17 Milliarden Euro.

Das geht aus der PwC-Studie zur „Praxis der Betriebsprüfung 2018“ (PDF, 1 MB) hervor. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Die meisten Probleme gab es bei der steuerlichen Beurteilung von Rückstellungen, Anlage- und Umlaufvermögen sowie der Anerkennung von Bewirtungen.
  • Die Umsatzsteuer gerät immer stärker in den Fokus der Finanzamtsprüfer: Die Zahl von Umsatzsteuersonderprüfungen sowie Betriebsprüfungen mit Umsatzsteuerbezug stieg im Vergleich zur Vorgängerstudie sprunghaft an.
  • Die Finanzverwaltung treibt die Digitalisierung spürbar voran: Die klassische Belegprüfung verliert zunehmend an Bedeutung.
  • Das Prüfklima ist rauer geworden: Während bei der letzten PwC-Studie noch knapp 50% der Befragten von einer „freundlich-entspannten“ Atmosphäre berichteten, waren es jetzt nur noch 21%. Fast 10% der geprüften Unternehmen beobachteten sogar ein explizit „angespanntes“ bis „aggressiv-feindseliges“ Verhalten von Prüfern.

Im Mittelpunkt der PwC-Studie standen mittelständische und große Unternehmen. Kleinunternehmen, Freiberufler und andere selbstständige Dienstleister bekommen eher selten Besuch vom Finanzamt. Jedenfalls statistisch gesehen: Bei Klein- und Kleinbetrieben liegt die jährliche Prüfquote zwischen 1% und 3% (wir berichteten). Trotzdem hängt die Gefahr einer Betriebsprüfung auch über kleinen Unternehmen wie ein Damoklesschwert. Nicht nur wegen des zusätzlichen Arbeitsaufwands und der damit verbundenen Unsicherheit.

 

Lektüretipp:
Was ganz praktisch auf Sie zukommt, wenn Sie eine „Prüfanordnung“ des Finanzamts in Händen halten, können Sie in unserem Zweiteiler zum Thema Betriebsprüfung nachlesen:

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